Mittwoch, 20 März 2019 10:46

Aktualisiert am 22.03.2019 - Großbrand in einer Lagerhalle in Homburg

Homburg/Saar. Gegen 15:25 Uhr wurde die Feuerwehr Homburg am Dienstag, den 19.03.2019 zu einem Lagerhallenbrand in das Industriegebiet in der Mainzer Straße alarmiert. Schon auf der Anfahrt war eine riesige Rauchsäule für die ersten Einsatzkräfte sichtbar, weswegen sofort das Alarmstichwort erhöht und somit weitere Feuerwehreinsatzkräfte alarmiert wurden.

Das Feuer brach in der Lagerhalle einer Firma aus, in welcher große Mengen an Kunststoff-Granulate gelagert wurden. Nachdem das erste Fahrzeug der Feuerwehr den Einsatzort erreichte, schlugen bereits Flammen aus dem Dachbereich der Halle. Meterhohe Flammen drohten dabei auf angrenzende Hallen überzugreifen. Der erste Trupp unter schwerem Atemschutz musste seine Erkundung im Innenbereich der Halle abbrechen, da erste Teile der Dachkonstruktion begannen einzustürzen. Da sich keine Personen mehr in der Halle befanden, machte sich die Feuerwehr in den ersten Stunden daran eine Brandausbreitung auf die angrenzenden Hallen und Gebäude möglichst einzugrenzen. Dies stellte sich aufgrund der bedingten Wasserversorgung zunächst als problematisches Unterfangen heraus. Ein eingerichteter Pendelverkehr mit zahlreichen Tanklöschfahrzeugen sowie der Nachalarm weiterer Wasserkomponenten konnten die erste Wasserversorgung sicherstellen. Ein Übergreifen auf eine anschließende Lagerhalle konnte nicht verhindert werden, da Blechwände den hohen Temperaturen nicht standhielten. Das Dach sowie Teile der Hallen-Außenwände stürzten ein. Die weiter zur Unterstützung angeforderten Kräfte kommunaler Feuerwehren sowie verschiedener Werkfeuerwehren aus dem Saarpfalz-Kreis, dem benachbarten Rheinland-Pfalz sowie aus Frankreich unterstützten die Kräfte vor Ort bei der Brandbekämpfung, der Herstellung einer kontinuierlichen Wasserversorgung sowie dem Bereitstellen von Schaummittel.

Durch die schnelle und umfassende Nachforderung zahlreicher Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge, konnte das Feuer in den späten Abendstunden unter Kontrolle gebracht werden. Unter anderem durch den massiven Einsatz von Wasserwerfen mehrerer Drehleitern, Industrielöschfahrzeugen sowie dreier Flughafenlöschfahrzeuge aus Zweibrücken und Saarbrücken, hatte die Feuerwehr gegenüber dem flammenden Inferno eine Chance. Insgesamt wurde bei dem Einsatz mehrere tausend Liter Schaummittel eingesetzt, was aufgrund der hohen und speziellen Brandlast unumgänglich war.

Die schwarze Rauchsäule, welche für zahlreiche verunsicherte Bürger sorgte, war zur gesamten Zeit für die Bevölkerung als unbedenklich einzustufen. Aufgrund der Wettersituation konnte der Rauch stets gut nach oben abweichen. An mehreren Punkten in der Innenstadt sowie angrenzenden Stadtteilen wurden von ABC-Erkundern sowie einem GW Messleitfahrzeug Messungen durchgeführt, welche alle keine Giftstoffe in der Atemluft nachweisen konnten. Dennoch wurden unmittelbar in der Nähe gelegene Wohnungen und Wohnhäuser vorsichtshalber evakuiert. Weitere Messungen im Innenstadtbereich, der Uniklinik Homburg, sowie in Kirrberg waren ebenfalls unauffällig, weswegen am Mittwochnachmittag gegen kurz nach 14 Uhr die Entwarnung gegeben werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Löscharbeiten schon so weit fortgeschritten, dass sich die Rauchentwicklung auf die unmittelbare Einsatzörtlichkeit beschränkte.

Da sich die gesamte Hallenkonstruktion verformt und verändert hat, besteht weiterhin akute Einsturzgefahr. Dies erschwert die Löscharbeiten der Feuerwehr. Das regelmäßige Aufflammen der vielen nicht zu erreichenden Glutnestern, hält die Feuerwehr weiter in Schach. In der Nacht zu Donnerstag wurde gegen 01:30 nachts erneut Alarm für die Feuerwehr Homburg ausgelöst, da ein größerer Haufen des Granulats in der Halle wiederaufflammte. Die zu diesem Zeitpunkt bereits alle sehr angeschlagenen und übernächtigten Feuerwehrkameraden rückten erneut zur Einsatzstelle aus, um entsprechende Löschmaßnahmen einleiten zu können. Das erneute Feuer konnte jedoch schnell wieder unter Kontrolle gebracht werden.

Gegen Donnerstagnachmittag wurde der Teilabriss der Halle in die Wege geleitet, um die Brandstätte gefahrlos begehen zu können und somit auch die letzten Glutnester ablöschen zu können. Voraussichtlich Freitagvormittag wird schweres Abriss-Gerät mit dem Teilabriss der Halle beginnen. Durch den Einsatz erhoffen sich die Feuerwehrkräfte endlich Zuwegungen zu den einzelnen Glutnestern schaffen zu können.

Mittlerweile läuft der Einsatz über 67 Stunden. Die Löscharbeiten werden voraussichtlich noch weitere Tage andauern. Die Hilfsorganisationen der Feuerwehr, der Werkfeuerwehren Bosch, Saarstahl sowie der Flughafenfeuerwehr Saarbrücken-Ensheim und Zweibrücken, des technischen Hilfswerks sowie der Rettungsdienste waren zu Spitzenzeiten mit über 250 Kräften vor Ort. Zum jetzigen Zeitpunkt befinden sich noch ca. 15 Einsatzkräfte in Schichten vor Ort. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.

Während der Abrissmaßnahmen in den kommenden Tagen, auch nachts kann es vereinzelt zu erneuten kleineren Rauchschwaden über dem Brandobjekt kommen, da durch das Bewegen des Brandschuttes die Glutnester mit Sauerstoff in Berührung kommen, was ein Wiederaufflammen ermöglicht. Jedoch besteht zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung und es besteht kein Grund zur Sorge. Während dieser Maßnahmen und auch nachts befindet sich eine Brandwache der Feuerwehr vor Ort, damit diese kleineren Glutnester direkt abgelöscht werden können.

Pressemitteilung Stand 22.03.2019

150 ehrenamtliche Feuerwehrkameraden sorgen in Homburg/Saar 365 Tage im Jahr, 24/7 für Sicherheit. Die Kräfte arbeiten im Jahr über 450 Einsätze ab. Die Einsatzzahlen steigen stetig.

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Quelle: Deutsche Wetterdienst
Letzte Aktualisierung 17/07/2019 - 12:15 Uhr
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